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siehe: gehen oder bleiben
Mittwoch, 23. März 2011
Sonntag, 20. März 2011
Die feine englische Art
Falls euch eine Reise nach England vorschwebt und ihr die hurenden Hotelkosten sparen und gern bei Bekannten unterkommen wollt, dann seid gut vorbereitet.
Meine herzallerliebste Ricky kommt soeben von einem Besuch aus London und erzählt mir ihre Pleiten- Pech- und Pannengeschichte.
Schon am Morgen des zweiten Tages waren die Gastgeber verärgert, weil die werten Damen die Dreistigkeit besassen, sich von dem Weißbrot der Gastgeber etwas zu nehmen. Die feine englische Art sei es, sich sein eigenes Frühstück mitzubringen. Dann das gemeinsame Abendessen. Die Gastgeber wollten für alle kochen. Es wurden aber nicht alle satt. Warum? Die werten Gäste hätten doch wissen müssen, dass sie etwas beizusteuern hätten und ausserdem für das Dessert verantwortlich seien.
Der Clou aber kam nach der Abreise der verstörten Gästinnen. Sie ereilte eine Mail, ob sie wohl eine Rolle Toilettenpapier mitgehen lassen hatten, denn im Schrank würde eine fehlen. Der werte Herr Ehemann hätte sie nicht genommen. Sie wären nicht bereit noch einmal so unhöfliche Gäste zu beherbergen...
Die unhöfliche Gästin erholt sich gerade bei einem netten Earl-Grey von ihrer anstrengenden Reise...
Meine herzallerliebste Ricky kommt soeben von einem Besuch aus London und erzählt mir ihre Pleiten- Pech- und Pannengeschichte.
Schon am Morgen des zweiten Tages waren die Gastgeber verärgert, weil die werten Damen die Dreistigkeit besassen, sich von dem Weißbrot der Gastgeber etwas zu nehmen. Die feine englische Art sei es, sich sein eigenes Frühstück mitzubringen. Dann das gemeinsame Abendessen. Die Gastgeber wollten für alle kochen. Es wurden aber nicht alle satt. Warum? Die werten Gäste hätten doch wissen müssen, dass sie etwas beizusteuern hätten und ausserdem für das Dessert verantwortlich seien.
Der Clou aber kam nach der Abreise der verstörten Gästinnen. Sie ereilte eine Mail, ob sie wohl eine Rolle Toilettenpapier mitgehen lassen hatten, denn im Schrank würde eine fehlen. Der werte Herr Ehemann hätte sie nicht genommen. Sie wären nicht bereit noch einmal so unhöfliche Gäste zu beherbergen...
Die unhöfliche Gästin erholt sich gerade bei einem netten Earl-Grey von ihrer anstrengenden Reise...
Donnerstag, 17. März 2011
Samstag, 12. März 2011
...und die Bilder dazu...
Donnerstag, 10. März 2011
....und heimwärts
Das Aufregendste des gesamten Urlaubs war die Rückreise nach Deutschland. Ich dachte großzügig geplant zu haben, als ich 4 Stunden vor Abflug das Hostel verliess. Im Bus mit meinem Bruder, stellte ich, gelenkt durch göttliche Gnade, zufällig fest, dass ich nicht meinen, sondern Steves Reisepass eingepackt hatte. 3 Schweißausbrüche und 5 Kramminuten später fand ich GOTT SEI DANK auch meinen Ausweis in meinem Gepäck...alternativ hätte er auch bei Steve Zuhause im 80 km entfernten Jerusalem liegen können.
Das letzte Stück zum Flughafen sollte mich ein Zug bringen. Gut gelaunt stand ich am Gleis und freute mich über mein super Timing. Mit dem Zug, den mir die Dame am Fahrkartenschalter ankündigte, würde ich genau 3 Stunden vor Abflug den Flughafen erreichen, so wie man es in Israel von jedem empfohlen bekommt. Die Züge kamen und fuhren wieder, aber keiner hatte das Ziel "Flughafen", leicht nervös entschied ich mich für eine repräsentative Umfrage der Menschen am Gleis. Leider bekam ich betreffs des Flughafenzuges genau so viele unterschiedliche Antworten, wie ich Menschen fragte. Der Termin, den mir die Dame am Schalter genannt hatte, war nicht dabei. Hoffend und bangend folgten ein paar weitere Schweißausbrüche, aber immer noch kein Zug. Schließlich erfuhr ich von einem Bahnmitarbeiter, dass normalerweise 2 Züge pro Stunde zum Flughafen führen, 11h sei aber eine besondere Stunde, zu der nur einer führe. Mittlerweile hatte ich jede Menge neuer Freunde gefunden, deren Flugzeuge alle etwa eine Stunde später als meins abflogen, die mich aber durch gutes Zureden vor einem Nervenzusammenbruch bewahrten. Ich rechnete mir aus, dass ich mit dem verheissenen Zug knapp 2,5 Stunden vor Abflug den Flughafen erreichen würde. Als die Abfahrtszeit gekommen war, fehlte allerdings immer noch jede Spur des Zuges. Nach weiteren qualvollen 10 Minuten des Bangens, bog er dann doch noch um die Ecke.
Nun konnte man mich, gut 2 Stunden vor Abflug in das Flughafengebäude hechten sehen. Dort angekommen krallte ich mir den erstbesten Mitarbeiter, der mir den Weg wies und mich zur Eile anhielt. In der Abfertigungshalle tat sich vor mir dann eine nicht zu überblickende Menschenmasse auf. Alle würden noch vor mir durch die langwierigen Sicherheitskontrollen müssen. Vor meinem inneren Auge verliess mein Flieger bereits ohne mich das Land wo Milch und Honig fließen. Aber anstatt mir zu überlegen, wie ich mich die nächsten Tage in Israel vergnügen könnte, wendete ich mich doch lieber an eine Mitarbeiterin, die mir, nach einem Blick auf mein Flugticket, bedeutete, mich in einer Sonderschlange mit nur wenigen Menschen anzustellen. Die Wartezeit nutzte ich, um mich mental auf die Psychofragen der Angestellten einzustellen und meine Herzfrequenz wieder auf ein normales Tempo runterzuschrauben.
Die Psychofragerei verlief relativ glimpflich: "Was hast du denn vor ein paar Jahren in Malaysia gewollt?", "Mit wem warst du da?", "Warum um alles in der Welt hat sich dein Bruder Israel ausgesucht, um seinen Freiwilligendienst zu leisten?", "Sprechen die Autisten in seiner Einrichtung Arabisch oder Hebräisch?", "Hast du evtl. Sprengstoff in deinem Rucksack?"
Auch das Gepäck wurde fachmännisch durchwühlt, währenddessen ich noch mal die selben Fragen beantworten durfte. Dann noch mal anstellen, für den Ausreisestempel. Dann zum Abflugsgate, um festzustellen, dass ich noch gemütliche 10 Minuten Zeit hatte, um nach Herzenslust meine letzten Schekel im Dutyfreeshop zu verprassen. Als ich damit fertig war, stellte ich fest, dass mein Abflugsgate geändert wurde...wieder durch den Flughafen hetzen, um dann in einem Knäul völlig aufgewühlter deutscher Rentner zu landen, die sich fragen, warum wir immer noch nicht einsteigen können, obwohl die angegebene Zeit doch schon um 5 Minuten überschritten ist.
Mit einer halben Stunde Flugverspätung fand ich mich dann doch noch über den Wolken, gen Heimat fliegend, wieder und biss vergnügt in den trockenen Bagel mit Truthahn, den man mir servierte.
Das letzte Stück zum Flughafen sollte mich ein Zug bringen. Gut gelaunt stand ich am Gleis und freute mich über mein super Timing. Mit dem Zug, den mir die Dame am Fahrkartenschalter ankündigte, würde ich genau 3 Stunden vor Abflug den Flughafen erreichen, so wie man es in Israel von jedem empfohlen bekommt. Die Züge kamen und fuhren wieder, aber keiner hatte das Ziel "Flughafen", leicht nervös entschied ich mich für eine repräsentative Umfrage der Menschen am Gleis. Leider bekam ich betreffs des Flughafenzuges genau so viele unterschiedliche Antworten, wie ich Menschen fragte. Der Termin, den mir die Dame am Schalter genannt hatte, war nicht dabei. Hoffend und bangend folgten ein paar weitere Schweißausbrüche, aber immer noch kein Zug. Schließlich erfuhr ich von einem Bahnmitarbeiter, dass normalerweise 2 Züge pro Stunde zum Flughafen führen, 11h sei aber eine besondere Stunde, zu der nur einer führe. Mittlerweile hatte ich jede Menge neuer Freunde gefunden, deren Flugzeuge alle etwa eine Stunde später als meins abflogen, die mich aber durch gutes Zureden vor einem Nervenzusammenbruch bewahrten. Ich rechnete mir aus, dass ich mit dem verheissenen Zug knapp 2,5 Stunden vor Abflug den Flughafen erreichen würde. Als die Abfahrtszeit gekommen war, fehlte allerdings immer noch jede Spur des Zuges. Nach weiteren qualvollen 10 Minuten des Bangens, bog er dann doch noch um die Ecke.
Nun konnte man mich, gut 2 Stunden vor Abflug in das Flughafengebäude hechten sehen. Dort angekommen krallte ich mir den erstbesten Mitarbeiter, der mir den Weg wies und mich zur Eile anhielt. In der Abfertigungshalle tat sich vor mir dann eine nicht zu überblickende Menschenmasse auf. Alle würden noch vor mir durch die langwierigen Sicherheitskontrollen müssen. Vor meinem inneren Auge verliess mein Flieger bereits ohne mich das Land wo Milch und Honig fließen. Aber anstatt mir zu überlegen, wie ich mich die nächsten Tage in Israel vergnügen könnte, wendete ich mich doch lieber an eine Mitarbeiterin, die mir, nach einem Blick auf mein Flugticket, bedeutete, mich in einer Sonderschlange mit nur wenigen Menschen anzustellen. Die Wartezeit nutzte ich, um mich mental auf die Psychofragen der Angestellten einzustellen und meine Herzfrequenz wieder auf ein normales Tempo runterzuschrauben.
Die Psychofragerei verlief relativ glimpflich: "Was hast du denn vor ein paar Jahren in Malaysia gewollt?", "Mit wem warst du da?", "Warum um alles in der Welt hat sich dein Bruder Israel ausgesucht, um seinen Freiwilligendienst zu leisten?", "Sprechen die Autisten in seiner Einrichtung Arabisch oder Hebräisch?", "Hast du evtl. Sprengstoff in deinem Rucksack?"
Auch das Gepäck wurde fachmännisch durchwühlt, währenddessen ich noch mal die selben Fragen beantworten durfte. Dann noch mal anstellen, für den Ausreisestempel. Dann zum Abflugsgate, um festzustellen, dass ich noch gemütliche 10 Minuten Zeit hatte, um nach Herzenslust meine letzten Schekel im Dutyfreeshop zu verprassen. Als ich damit fertig war, stellte ich fest, dass mein Abflugsgate geändert wurde...wieder durch den Flughafen hetzen, um dann in einem Knäul völlig aufgewühlter deutscher Rentner zu landen, die sich fragen, warum wir immer noch nicht einsteigen können, obwohl die angegebene Zeit doch schon um 5 Minuten überschritten ist.
Mit einer halben Stunde Flugverspätung fand ich mich dann doch noch über den Wolken, gen Heimat fliegend, wieder und biss vergnügt in den trockenen Bagel mit Truthahn, den man mir servierte.
Letzte Etappe
Wie die Reise weiterging? Im Hostel in Tiberias machte mir ein Mitarbeiter aus Canada (ehemaliger Schauspieler und immer noch ein sehr komischer Kautz, den man nur anzuschauen braucht um lachen zu können) den Hof. Ob ich mir nicht vielleicht vorstellen könne nach Tiberias zu ziehen und mit ihm zusammen zu sein. Ähm...nein...ich bin ja recht offen und flexibel, aber das geht dann doch zu weit.
Abends bekamen wir ein Privatkonzert von Hermann, einem deutschen Rentner, der so wie wir mit dem Rucksack durch Israel reiste. Den Melodien alter Volkslieder verpasst er evangelistische deutsche Texte und gibt diese dann normalerweise nur unter der Dusche zum Besten. Als wir zugaben auch Christen zu sein, sah er seinen Missionsversuch als Gegenstandslos an und erzählte uns lieber, dass er gern Fischstäbchen isst.
Zurück in Tel Aviv, war es beim Betreten des vertrauten Old Jaffa Hostels fast schon ein wenig wie nach Hause kommen. Unseren letzten Abend verbrachten wir in Wolldecken gekuschelt, mit einer guten Flasche israelischem Rotwein, Humus und Pita auf dem Flachdach. Ein paar andere Travelor gesellten sich zu uns, weil auch sie Zuflucht vor den heftigen Regen- und Hagelschauern suchten. Ein schöner Abend.
Abends bekamen wir ein Privatkonzert von Hermann, einem deutschen Rentner, der so wie wir mit dem Rucksack durch Israel reiste. Den Melodien alter Volkslieder verpasst er evangelistische deutsche Texte und gibt diese dann normalerweise nur unter der Dusche zum Besten. Als wir zugaben auch Christen zu sein, sah er seinen Missionsversuch als Gegenstandslos an und erzählte uns lieber, dass er gern Fischstäbchen isst.
Zurück in Tel Aviv, war es beim Betreten des vertrauten Old Jaffa Hostels fast schon ein wenig wie nach Hause kommen. Unseren letzten Abend verbrachten wir in Wolldecken gekuschelt, mit einer guten Flasche israelischem Rotwein, Humus und Pita auf dem Flachdach. Ein paar andere Travelor gesellten sich zu uns, weil auch sie Zuflucht vor den heftigen Regen- und Hagelschauern suchten. Ein schöner Abend.
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